engels.gleiche

der himmel ist zerbrochen.
ein engel – dort! – verloren fällt.
noch nie verspielte teerplatzkinder
steh’n stumm am ende eurer welt.

seht das meer, es ist entflammt.
von dem sie einst die liebe tranken.
der anblick ist so wundersam enstellt
wo erdensäulen donnernd wanken.

zitternd bebt das trockne land,
auf dem die füss’, die blanken,
selbst starke krieger auf dem weg nicht hält,
da sie am lebenssinn erkrankten.

rauch und schwefel kommen auf,
die luft verbrennt. die todgeweihten danken.
denn triste einsamkeit hat sich gesellt
zu denen, die sich längst abwandten.

einst ward er voll der äther:
voll hoffnungsvollem streben.
doch fällt der tief, der hoch sich weiß;
weil sie so sind: dies gottes regeln.

jetzt weint und liegt in meinem schoss
ein engel mit gebrochnem flügel.
beklagt sein ungeschick. ist all dies bloß
ein böser traum genährt von toter liebe?

flüsternd dringt sein wort zu mir.
ganz leise wiegt er nur, sein klang.
doch wenn der himmel einmal brach
tritt ein, zeit, in der ew’gen bann.

so musst’ der horizont erst brechen,
damit der wunsch sich alt erfüllt.
denn schmerzverzehrt erblickt das paradies
wer fühlt, was nur ein engel fühlt.