wa.sting

wenn alles leben sterben ist
und alles sterben leben
was nützt dann unser lärmen?
verstrichen ist die frist.

wir streben, hasten sorgend
stets neu um unser wohlgemach.
vergessend im verdrängen,
dass nichts bestand doch hat.

wenn fliehend du den tag verschwendest -
die nacht um wie viel mehr -,
weil anders du nicht kannst,
was macht es dann so schwer,
dein leben heute nacht zu pfänden?
dein alles für ein kurzes nichts zu geben,
wo das doch immer gilt.

ich fragt’ dich dies ganz leise,
als du noch selig schliefst.
auf deine eigne weise
kamst du in meinen geist und riefst
laut aus wir sollten’s lassen
und von einander gehn,
eh’ die träum verblassen –
so träum ich nun allein im schnee.

dem schnee der hohen gipfel,
zu denen ich aufbrach,
um mich verschwendend dich
zu finden. weit weg, obwohl
einst du so nahe
gedankenschwer bei mir wach lagst,
hast du es nicht bemerkt,
dass nichts mir all das galt, was
teuer wir verschwenden,
da es so kostbar einzig
in seiner fülle nicht erkannt
alltäglich fast und peinlich.
und die berührung einer hand,
ein anblick grauer stare
macht es uns erst bewusst,
dass jedes bild so wertvoll
wie trennungsschmerz den kuss.

all das durft ich einsehen
und will es doch hingeben.

für dich mein du –
verschwende ich mein leben.