Her darkness

wenn dunkelheit sie ganz durchdringt
und fahler glanz den saum bedeckt,
wenn tot sie trauerlieder singt
und schwarzes licht die adern tränkt,
wenn stumm ihr geist im innern schreit,
bis dass die schädelknochen bersten,
dann tritt sie ein ins schattenreich,
dem stillen traum von tausend schmerzen.

verhasst ist ihr die glitzerwelt
mit ihren freudenmärkten.
weiße schminke hat entstellt,
wo einst noch tränen tanzend scherzten,
trägt sie nun schwarzen samt und mieder -
denn viel zu jung hat sich gezeigt
dem menschenkind dies lebens wider.

doch spricht von stolz verklärt ihr gang.
denn unlängst schlug das dunkle kind
die angst vor endlichkeit und tod in bann.
seit dem krönt sanft
erhabenheit des hauptes glück,
weil sie schon weiß, was andre stets nur fürchten.
frei, wer nicht um jeden preis
dies leben lebt und an ihm hängt mit seinen bürden.

allein ein schmaler grat
scheint uns von ihr zu scheiden,
die dunkelheit in sich nur trägt,
die unsichtbar im nachtbild geht,
die mit respekt wir armen meiden.

und so vermocht bisher nicht einer
offen in ihr aug’ zu blicken,
worin er tief im mark erkennt’,
dass laues zaudern, halbes trauen
von solcher macht uns lügner trennt.

fragt ihr nach kraft und stärke,
nach dem, was edlen anmut ihr verleiht,
so seid für’s äußerste bereit:
allein der glaube an die ewigkeit
gibt ungebrochen ihr den schutz,
den zaghaft uns die ungewissheit raubt.
blickt auf zu ihr, der sphinx, im staub.
verloren ging, wer ihrem spruch nicht traut.

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